EFFIZIENZ IM ÖFFENTLICHEN UND PRIVATEN SEKTOR

Public Private sector Efficiency cover

(3. September 2019) Eine systematische Übersichtsarbeit, die mehrere hundert wissenschaftliche Studien ausgewertet hat, hat keinen empirischen Beweis dafür gefunden, dass der private Sektor per se effizienter arbeitet als der öffentliche Sektor.

Der für den EGÖD vom Internationalen Forschungsinstitut für öffentliche Dienste (PSIRU) an der Universität Greenwich durchgeführte Arbeit stellt die Behauptung in Frage, dass privatisierte Unternehmen oder öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) grundsätzlich und zu niedrigeren Kosten Dienstleistungen auf gleichem Niveau und mit derselben Qualität anbieten können wie der öffentliche Sektor.

Die zuerst 2014 veröffentlichte Forschungsarbeit wurde mit neuen Beispielen aktualisiert und bezieht jetzt eine umfassende Auswahl öffentlicher Dienste mit ein.

Der Bericht überprüft die Zahlen aus neun Sektoren – Elektrizitätswirtschaft, Gesundheitswesen, Entsorgungs- und Wasserwirtschaft, Strafvollzug, öffentlicher Nahverkehr, Häfen und Flughäfen, Eisenbahn und Telekommunikation.  Die Ergebnisse widerlegen jedes Argument für Privatisierungen und Outsourcing.

Besonders im Hinblick auf ÖPP weist der Bericht nach, dass die Finanzierungskosten für den privaten Sektor grundsätzlich höher sind als im öffentlichen Sektor. Werden öffentliche Aufgaben an die Privatwirtschaft übertragen, so muss diese noch höhere Effizienzgewinne erzielen, um kostendeckend zu arbeiten, Gewinne für die Aktionäre/-innen zu erwirtschaften und dabei Dienstleistungen im geforderten Umfang und in der verlangten Qualität zu bieten.

Die PSIRU-Übersichtsarbeit untersucht auch die Verbesserungen und Effizienzgewinne in den Fällen, in denen Dienstleistungen wieder in die öffentliche Hand und unter öffentliche Verwaltung zurückgeführt werden. Als Beispiele dieser Rekommunalisierungen wird die Wasserversorgung von Paris und die Beendigung der umfassenden öffentlich-privaten Partnerschaftsprojekts London Underground genannt. Beide Rekommunalisierungen haben zu Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen und in der Folge zu einer Reihe unterschiedlicher Maßnahmen für eine besserer Koordinierung, weniger Vergabe an Fremdfirmen, geringeren Ausschüttungen an die Aktionäre/-innen und mehr Rechenschaftspflicht geführt.

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