Bruch mit der Vergangenheit – Frauenrechte sind Arbeitnehmerrechte

EPSU logo Women's work is still undervalued - IWD 2019 - EPSU statement

EGÖD-Erklärung, 8. März 2019 : Am Internationalen Frauentag steht der EGÖD fest an der Seite der Frauen. Heute fordert der EGÖD, mit der Vergangenheit zu brechen und mit der Forderung nach gleichen Rechten, gleichen Löhnen und gleicher Vertretung einen Schritt weiterzugehen.

Wieder einmal haben die Beschäftigungstrends auch für 2018 gezeigt, dass weniger Frauen als Männer erwerbstätig sind, obwohl sie besser ausgebildet sind und bessere Abschlüsse haben.  Wenn Frauen arbeiten, bekommen sie tendenziell einen geringeren Lohn, wobei das Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen in der EU ca. 16% beträgt und Frauen öfter im Niedriglohnsektor tätig sind. Sie übernehmen den großen Teil der Pflege- und Betreuungsaufgaben und zeigen mehr Engagement als Männer, wenn Kinder und ältere Familienmitglieder Hilfe brauchen. Wenn Frauen in Rente gehen, haben sie ein höheres Armutsrisiko. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Altersversorgung beträgt immer noch ca. 36%. 

Das ist nicht zu tolerieren. Heute, anlässlich des Internationalen Frauentages 2018, gehen EGÖD-Mitglieder auf die Straße, besetzen den öffentlichen Raum, bestimmen den öffentlichen Diskurs und setzten sich dafür, dass die von allen als erforderlich angesehenen Veränderungen so schnell wie möglich Wirklichkeit werden.

Diese Initiative endet nicht heute: Am 8. März feiern wir nicht nur einen historischen Tag, sondern setzen den Kampf für Gleichheit täglich fort, 365 Tage im Jahr.

In den kommenden Wochen gibt es mindestens drei Anlässe, sich dem Kampf für die Gleichstellung von Männern und Frauen anzuschließen, und der EGÖD fordert alle Mitglieder und Bürger/-innen auf, drei konkrete Aktionen zu unterstützen:

1. Macht unser Briefing „Stärkung öffentlicher Dienste – ein doppelter Gewinn für die Geschlechtergleichstellung“ und unsere Forderungen an die Sitzung der UN-Kommission für die Rechtsstellung der Frau bekannt, die nächste Woche in New York stattfindet.  Unsere Botschaften sind klar:

Frauen stellen den größten Anteil der Beschäftigten in zahlreichen Sektoren des öffentlichen Dienstes. Ihre Arbeit muss wertgeschätzt werden, und angemessene Arbeitsbedingungen müssen sichergestellt werden. Dies hat ebenfalls positive Auswirkungen auf die Qualität der bereitgestellten Dienstleistungen und damit auch auf das Leben der Nutzer/-innen öffentlicher Dienste , die in erster Linie von Frauen in Anspruch genommen werden.

Es ist deshalb unverzichtbar, dass die Stärkung öffentlicher Dienste entsprechend den vom öffentlichen Dienst hochgehaltenen Werten wie Solidarität, gleichberechtigter Zugang und demokratische Kontrolle geschieht. Nur öffentliche Investitionen, die durch eine progressive Besteuerung und nicht durch marktorientierte Alternativen (wie öffentlich-private Partnerschaften) finanziert werden, können zu einer Umverteilung beitragen, die Frauen nützt, öffentliche Güter und Dienstleistungen bereitstellt sowie angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen für die in diesem Sektor beschäftigten Frauen sicherstellt.

2. Nehmt an der öffentlichen Konsultation über das geschlechtsspezifische Lohngefälle und das Prinzip gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit teil (https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2018-3415794/public-consultation_de) und fordert EU-Rechtsvorschriften gegen geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung. Gebt eure persönlichen Daten an und wählt die Option „Es besteht Bedarf an neuen gesetzgeberischen Maßnahmen auf EU-Ebene“ in Frage 16. Alle Bürger/-innen können an dieser Konsultation teilnehmen, ihre Meinung äußern und laut und deutlich sagen, dass Frauen Anspruch auf gleichen Lohn haben wie Männer. Seit Jahren gibt es nicht-verbindliche Initiativen mit dem Ergebnis, dass die Gleichstellung immer noch nicht erreicht wurde. Einige Mitgliedstaaten führen Gesetze zur Lohngleichstellung auf nationaler Ebene ein. EU-Rechtsvorschriften würde für alle Arbeitnehmer/-innen in Europa gelten.

3. Nehmt am 26. Mai an den Wahlen zum Europaparlament teil. Wählt Kandidaten/-innen, die sich für die Geschlechtergleichstellung einsetzen. Der Anteil der Frauen an gewählten Positionen ist nach wie vor gering, Politik ist nach wie vor in erster Linie Männersache. Gebt der Vielfalt eure Stimme. Niemand wird sich stärker für die Gleichstellung einsetzen als diejenigen, die am stärksten diskriminiert wurden - wählt Frauen! Der EGÖD unterstützt die EGB-Kampagne für die Europawahlen und die Forderung nach mehr Geschlechtergleichstellung.

EGÖD-Erklärung - Bruch mit der Vergangenheit

Lesen Sie weiter:

EPSU briefing: Strengthening public services – a double win for gender equality : English, French, Spanish, Russian, Swedish, German, Bulgarian, Turkish (text only version)

EPSU Prague Statement – Breaking with the past

EPSU report on developments in the gender pay gap in the public sector

EPSU research She works hard for the money

EPSU report “Public and private sector efficiency”

EPSU report on Cuts in public sector pay and employment: the ongoing impact on women in the public sector

PSI “For Decent Care Work: Time to Act”

PSI Advancing Women's Human Rights through Gender Responsive Public Services 

EPSU Congress Briefing : Gender Equality

More like this