Profil des Europäischen Gewerkschaftsverbandes für den öffentlichen Dienst (EGÖD)
Der EGÖD ist für eine Vielfalt von unterschiedlichen Wirtschaftszweigen und beruflichen Tätigkeiten im öffentlichen Sektor zuständig, ausgenommen sind lediglich Post, Telekommunikation, Verkehr und Lehrer. Ziel des Verbandes ist die Interessenvertretung für alle Beschäftigten in der staatlichen Verwaltung und in den Kommunalbehörden sowie für alle Beschäftigten in Unternehmen, deren Aufgabe die Produktion, Verteilung und Lieferung von Strom, Gas und Wasser ist; die Dienstleistungen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Umweltschutz erbringen; die in Bildungs-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen tätig sind oder die an andere Stelle im Dienste der Öffentlichkeit stehen. Dazu gehören auch Organisationen von ArbeitnehmerInnen internationaler Behörden, die von Staatsvereinigungen oder Regierungsbehörden gegründet wurden.
Zusammenarbeit mit dem EGB
Nach der Änderung der EGÖD-Satzung verfügt der EGÖD jetzt über zwei Sitze im EGB-Exekutivausschuss und ist auch in der EGB-Delegation des Ausschusses für den sozialen Dialog vertreten. Der EGÖD teilt sich mit drei anderen Gewerkschaftsverbänden im Rotationsverfahren einen Sitz im EGB-Lenkungsausschuss (Rotation alle zwei Jahre).
VertreterInnen des EGÖD sind auch aktiv in den meisten ständigen Ausschüssen und Arbeitsgruppen des EGB tätig und tragen somit zur weiteren Verbreitung europäischer Gewerkschaftsstandpunkte bei.
Entwicklung europäischer Beziehungen
Abgesehen von der Zusammenarbeit mit dem EGB sieht der EGÖD seine Hauptaufgabe im Aufbau geeigneter Strukturen industrieller Arbeitsbeziehungen mit den Arbeitgebern des öffentlichen Sektors auf europäischer Ebene. Die Arbeitsbeziehungen mit EURELECTRIC zum Beispiel, der Europäischen Vereinigung der Elektrizitätsunternehmen, haben zur Einsetzung eines Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog in der Elektrizitätswirtschaft geführt. Der EGÖD und der Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) haben bei der Europäischen Kommission einen gemeinsamen Antrag zur Einsetzung eines Ausschusses für den sozialen Dialog in den Kommunalverwaltungen gestellt, und es gibt ähnliche Initiativen für einen sozialen Dialog mit den Ministern, die für die öffentliche Verwaltung zuständig sind. Der EGÖD bemüht sich darüber hinaus um einen Dialog mit den entsprechenden Arbeitgeberorganisationen im Gesundheitssektor.
Generell sieht es der EGÖD als seine Aufgabe an, ein besseres Verständnis für die Rolle des öffentlichen Dienstes im Prozess der europäischen Integration zu vermitteln. Zurzeit bemüht sich der EGÖD um eine Verbesserung des Artikels 16 des Unionsvertrags über Dienste von allgemeinem Interesse und fordert, dass grundlegende soziale Rechte und das Recht auf Zugang zu diesen Dienstleistungen miteinander verknüpft werden.
Interne Entscheidungsstrukturen
Der letzte EGÖD-Kongress fand vom 14. bis zum 17. Juni in Stockholm statt. Auf den Kongress wurde eine Reihe von Entschliessungen zu den Themen öffentliche Dienste, Kollektivverhandlung, Altersvorsorge, Chancengleichheit und EU-Erweiterung.
Bis zur nächsten Generalversammlung werden wichtige Entscheidungen vom Exekutiv- und vom Lenkungsausschuss getroffen.
Es gibt die folgenden vier ständigen Ausschüsse, die sich mit technischen und berufsbezogenen Entwicklungen in den jeweiligen Sektoren befassen:
Nationale und europäische Verwaltung;
Kommunalverwaltungen;
Sozial- und Gesundheitsdienste;
Öffentliche Versorgungsbetriebe.
Präsidentin des EGÖD ist Anne-Marie Perret, FGF-FO, Frankreich. Carola Fischbach-Pyttel ist die EGÖD-Generalsekretärin, Vizepräsidentin des EGÖD ist Tuire Santamaki-Vuori, JHL, Finland, und Vizepräsident ist Dave Prentis, UNISON, U.K.

About us